6. Its Kale

Ali übernahm die Stadt und begann unter anderem den Bau seines Sarais im Its Kale (Akropolis innerhalb der Mauern).

6. Its Kale

Er reparierte die Fetiche Moschee, baute das Sarai, baute Küchen, Bäder, und erhiellt auch den Turm von Vouimoundou. Die Arbeiten dauerten 15 Jahre (von 1801 bis 1815) und waren anstrengend. Ein unverzichtbarer Teil für die Fertigstellung des Turms war die Schufterei, das heiβt die obligatorische und natürlich, unbezahlte Arbeit. Diese Zwangsarbeit wurde unter anderem allen Mitgliedern der Gewerkschaften von Ioannina auferlegt.

Das Sarai ist nicht erhalten. Bis zu einem gewissen Punkt wurde es durch die Belagerung von Hoursit zerstört, aber im Grunde wurde es von einem großem Feuer- wahrscheinlich Brandstiftung- im Jahr 1870 zerstört. Man weiβ von ihm aufgrund von Gravuren von Wanderern dieser Zeit, die überlebenden  Nacherzählungen und den spärlichen, archäologischen Funden.

Ali war ehrgeizig. Sein Ehrgeiz erreicht auch Istanbul. Seine Expansionspolitik zieht auch die Aufmerksamkeit des Sultan auf sich. Dieser sendet  den Choursit Pascha des Peloponnes gegen ihn. Nachdem Choursit die Burg belagert, droht Ali Pascha sich selbst in die Luft zu sprengen, zusammen mit der Munition aus den Pulverfässern und so beeinstimmen sie, dass Ali auf die Insel fliehen darf und auf ein entlastendes Firman vom Sultan wartet. Choursit  jedoch geht auf die Insel und nachdem er Ali in den Zellen des Heiligen Klosters von Panteleimonos erschießt, nimmt er seinen Kopf und sendet ihn an das Tor, zusammen mit Vagia und Kyra Vasiliki. Sein Körper wurde in einem Familiengrab im Sarai, zusammen mit seiner Frau Emine begraben.

Bis 1913, wo durch die Balkankriege, die Stadt nach 500 Jahren wieder in griechische Hände gelangt, geschehen keine ernennenswerte Erignisse. Es lohnt sich, die Folterung von Georg, dem Schutzpatronin der Stadt, am Feiertag des Heiligen Antonios, am 17. Januar 1837, zu erwähnen. Er weigert sich seinen Glauben zu ändern und wird er am zentralen Tor der Festung als exemplarische Bestrafung gehangen. Er wurde in der heutigen Metropole begraben. Seine Gebeine befinden sich heutzutage in der Kirche auf dem Pargis Platz, die ihm gewidmet ist.

Im Jahr 1923, mit dem Vertrag von Lausanne, verlassen die Muslime (fast 6000) die Stadt. Die türkische Armee war bereits nach der Befreiung der Stadt zurückgetreten. Die Mehrheit der Muslime sind in der Tat islamifizierte Griechen,  griechische Muslime, die Teil des obligatorischen Bevölkerungsaustausches waren, da das Kriterium für die ausgetauschten die Religion war und nicht die Sprache oder die Herkunft. Charakteristisch sind die Worte eines türkischen Marineoffiziers, der Türken aus Ioannina nach Jalova in Propondida befördert, und türkischsprachige Griechen im Hafen von Preveza lieβ:

„Auch Türken schicken wir fort und Griechen schleppen wir ”.

Im Its Kale wird eine weitere schwarze Seite der Geschichte geschrieben. Hier sammeln  die Nazis gewaltsam Mitglieder der jüdischen Gemeinde ein, die in der Burg lebten. Für diejenigen die außerhalb der Burg leben, ist Molos der Austragungsort für das Sammeln. Die ganze jüdische Gemeinde von Ioannina wird, in Wagen die für die Tiere vorgesehen sind, über Larissa und Thessaloniki, in die Krematorien in Auschwitz gebracht. 1850 wurden sie ermordet und nur 160 kommen zurück. Die Namen der in-vergebens Verstorbenen sind in der jüdischen Synagoge zur Erinnerung auf Platten geschrieben. Viele der Überlebenden kommen nicht nach Ioannina zurück um hier zu leben. Heute umfasst die jüdische Gemeinde nur 40 Mitglieder.

So also gelangen wir zur mittlerweile griechischen Stadt. Ioannina. Gläsern und golden, wie Michael Ganas es in seinem Gedicht beschreibt. Jemand der die Geschichte kennt, kann aber immer noch die Narben der Menschen aus der Vergangenheit sehen und ihre Stimmen hören.